Was gab es bei dir Heu­te zu Essen ? bei die­ser Fra­ge ver­fal­le ich meist in ein betre­ten­des Schwei­gen, mei­ne Ant­wort auf die­se fra­ge hört sich meist bes­ser an, als es der Wahr­heit ent­spricht.
Ich esse nur ein­mal am Tag, nicht weil ich am Diä­ten bin oder kei­nen Hun­ger ver­spü­re, nein im Gegen­teil.
Es liegt dar­an, dass ich es mir aus Finan­zi­el­ler Sicht nicht leis­ten kann mehr­mals am Tag etwas zu essen. Wenn ich dann ein­mal meist am Abend esse ver­geht mir schon beim Kochen der Appe­tit.
Es gibt schon wie­der Nudeln mit Fer­tig­so­ße für 0,59 Euro aus dem Glas oder mein „Leib­ge­richt“
Mehl­brat­lin­ge. Zur Erklä­rung Mehl­brat­lin­ge bestehen aus Mehl, Was­ser und evtl. ein paar Gewür­zen. Die­se Mischung wird dann in der Pfan­ne ange­bra­ten. Es schmeckt wie Pap­pe, sieht nur bes­ser aus.
Ich gel­te nicht als Arm, ich bin auch nicht Arbeits­los. Ich gehe einem sehr ehr­ba­rem und Respek­ta­blen Job nach. Ich bin Kran­ken­pfle­ger. Mei­ne Arbeit macht mir sehr viel Spaß auch wenn ich lei­der nie das Lob bekom­me, was mir zuste­hen wür­de, mache ich es ger­ne. Sel­ten bedankt sich ein Pati­ent für die mühen die man auf sich nimmt und sei­tens der Geschäfts­füh­rung arbei­tet man stets zu lang­sam oder zu Unef­fi­zi­ent, man kön­ne sich sicher noch min­des­tens ein paar Arme und Bei­ne wach­sen las­sen.
Ich arbei­te in einem Haus, was nach Tarif des Öffent­li­chen Diens­tes Bezahlt. Hört sich doch gut an.
Öffent­li­cher Dienst, da denkst man doch direkt an gute Bezah­lung für wenig Arbeit, an die Beam­ten Kli­ches. Lei­der sieht die Rea­li­tät anders aus.
Bei mehr als Fünf Schich­ten, Früh, Spät, Nacht und eini­gen wei­te­ren Arbeits­zei­ten bleibt das Pri­vat­le­ben ziem­lich auf der Stre­cke, weil Freun­de und Bekann­te machen das Stän­di­ge Wochen­end und Fei­er­tags­ar­bei­ten auf Dau­er nicht mit.
Oft bekom­me ich zuhö­ren „du hast ja eh kei­ne Zeit“ und mei­ne Arbeits­zei­ten mer­ken Sie sich eh nicht, wie auch Wenn selbst ich durch­ein­an­der kom­me.
Oft ist es mir schon pas­siert, das ich an einem Fei­er­tag vor dem Ein­kaufs­la­den stand und mich gewun­dert habe, dass die­ser nicht geöff­net hat. Ich mache ihnen kei­nen Vor­wurf, wie könn­te ich auch.
Die Tage an denen Ich frei habe kann man an einer Hand abzäh­len, in der Regel ist es so, dass ich in mei­nen Geplan­ten Frei doch Arbei­ten muss, da ein chro­ni­scher Man­gel an Pfle­ge­per­so­nal besteht.
Wenn dann mor­gens der Anruf aus dem Kran­ken­haus kommt und man eigent­lich nicht ans Tele­fon gehen möch­te, weil man weiß wenn ich dran gehe, soll ich ein­sprin­gen obwohl ich Frei habe und heu­te den Tag mit mei­ner Fami­lie ver­brin­gen woll­te geht man den­noch ran, man möch­tes­ei­ne Kol­le­gen nicht im Stich las­sen. Jeder von uns weiß wie viel Arbeit es ist. Selbst zu Zweit schafft man es nur im Stress. Wenn ich dann mal frei habe mache ich eher wenig, da bei jeder Akti­vi­tät der Gedan­ke im Hin­ter­kopf ist, wenn ich jetzt mit ins Kino gehe muss ich den Gür­tel noch enger schnal­len, das Geld neh­me ich lie­ber für etwas zu Essen.
Und wie­der mal muss ich zurück­ste­cken und mei­ne Freun­de mit einer aus­re­de ver­trös­ten, da ich es mir nicht leis­ten kann. Bei einem Gehalt von Net­to 1.300 Euro und Monat­li­chen Fix­kos­ten von rund 1.000 Euro plus Essen etc. blei­ben mir unter Strich 150 Euro davon wird dann noch was auf Sei­te gelegt im Fall das etwas Kaputt geht und dann noch etwas für die Pri­va­te Ren­te, dann blei­ben ca. 80 Euro für den Monat über. Der Tank muss noch gefüllt wer­den, da ich auf das Auto für die Arbeit ange­wie­sen bin. Ich woh­ne schon in der Sozi­al schwächs­ten Gegend in mei­ner Stadt, da hier die Mie­ten mit Abstand güns­ti­ger sind, mit mei­nem Ver­mie­ter habe ich beschlos­sen, dass wenn ich die Umla­ge pfle­ge erlässt er mir 80 Euro. Gott sei Dank, sonst hät­te ich selbst hier mir die Woh­nung nicht leis­ten kön­nen. Oft Sin­nie­re ich dar­über, wie schön es doch wäre in einer ande­ren Gegend zu woh­nen. Ich weiß ja wie es ist, ich kom­me aus Gutem Haus, gehör­te dem Guten Mit­tel­stand an. Doch das war Frü­her.
Wenn es gut läuft blei­be ich bei plus/minus Null am ende des Monats, aller­dings über­zie­he ich mein Kon­to regel­mä­ßig die Rache kommt dann im Nächs­ten Monat da ich an den Fix­kos­ten wie Mie­te, Strom, Was­ser und Ver­si­che­run­gen nicht viel machen kann wird wie­der mal beim Essen Gespart.So habe ich mir mei­nen All­tag nicht vor­ge­stellt.
Ich dach­te immer wenn ich ein­mal mit der Schu­le fer­tig bin, geht es mir gut ich kann mir etwas leis­ten, mal in den Urlaub fah­ren oder mir ein­fach ohne Schlech­tes gewis­sen einen schö­nen Tag machen. Lei­der kam es anders als Gedacht.
Mein Beruf hat sich auch ver­än­dert, schön hört er sich an und er berei­tet mir per­sön­lich auch Spaß aber die Zei­ten haben sich geän­dert.
Um kurz mit den Pati­en­ten zu reden oder ihnen bei ihren Ängs­ten und Sor­gen bei zu ste­hen z.b. Vor einer Ope­ra­ti­on gehö­ren schon längst der Ver­gan­gen­heit an, wenn man den­noch die Zeit dafür auf­bringt ver­zich­tet man auf sei­ne Pau­se. Wie ger­ne hät­te ich der Alten Dame die allei­ne im Bade­zim­mer ver­stor­ben ist ein wür­di­ge­res able­ben gestal­ten, doch lei­der waren wir unter­be­setzt und die Sta­ti­on mit Pati­en­ten über­füllt.
Daher muss­te Sie im Bade­zim­mer liegen.Schließlich war in den Pati­en­ten­zim­mern kein Platz mehr.
Wie soll das Wei­ter­ge­hen, immer mehr Per­so­nal wird weg ratio­na­li­siert, die Löh­ne stei­gen Mini­mal wohin gegen die Lebens­er­hal­tungs­kos­ten in mei­nen Augen in uner­mess­li­che Stei­gen.
Wie lan­ge kann ich den Beruf noch machen oder wie lan­ge möch­te ich noch so Leben ?
Wäre es nicht ein­fa­cher vom Staat zu leben, aber wor­in läge dann mein Sinn, war­um Mor­gens auf­ste­hen und wie groß wäre dann wohl noch mein Selbst­wert­ge­fühl ?
Oft Fra­ge ich mich, war­um denn nie­mand etwas ändert, sei­tens der Poli­tik hört man Jeder kön­ne in die Pfle­ge gera­de die­je­ni­gen, die sonst nichts kön­nen. Ein paar wochen Spä­ter hört man dann, von der Sel­ben Per­son. Wir wis­sen was die Pfle­ge­kräf­te in Deutsch­land leis­ten und bes­ser ver­gü­ten und mehr Aner­ken­nung soll­ten sie bekom­men. Das hört sich doch bes­ser an, aber wie den­ken die gro­ßen nun wirk­lich ? Von mehr Ver­gü­tung und Aner­ken­nung habe ich noch nichts gespürt.
Wie ger­ne wür­de ich Frau Dr. Mer­kel ein­mal ein­la­den mit mir zu Arbei­ten, auch wenn es nur einen Tag ist. Ein­mal soll­te sie sich her­ab bege­ben in die Welt der Otto-nor­mal Ver­brau­cher.
Ich weiß Sie arbei­tet selbst mehr als genug im 24–7 Sys­tem, den­noch wür­de ich mich freu­en wenn ein Poli­ti­ker sich die Zeit nimmt und sich mit mir ans Pati­en­ten­bett stellt.

- geschrie­ben von einem User

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