Pflegegehalt 2026: Bayern, NRW und Sachsen im Vergleich
Einleitung
Wie hoch ist das Gehalt einer Pflegefachkraft im Jahr 2026? Diese Frage lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Entscheidend sind unter anderem das Bundesland, die Berufserfahrung, der Arbeitgeber, die Tarifbindung und der konkrete Einsatzbereich.
Auch zwischen Krankenpflege und Altenpflege bestehen weiterhin Unterschiede. Hinzu kommen Zuschläge für Nachtarbeit, Wochenenddienste, Feiertage, Schichtarbeit oder besondere Aufgabenbereiche wie Intensivpflege, Anästhesie und OP-Pflege.
Die neuesten vollständig verfügbaren Regionaldaten der Bundesagentur für Arbeit beziehen sich auf das Jahr 2024. Sie wurden 2025 veröffentlicht und bilden damit die derzeit verlässlichste Grundlage für einen Vergleich der Pflegegehälter. Aktuelle Tarifsteigerungen, beispielsweise im TVöD-P, zeigen zusätzlich, wie sich die Gehälter 2026 weiterentwickeln.
In diesem Beitrag vergleichen wir die Pflegegehälter in:
- Bayern
- Nordrhein-Westfalen
- Sachsen
Dabei unterscheiden wir zwischen Fachkräften in der Gesundheits- und Krankenpflege und Fachkräften in der Altenpflege.
Das Wichtigste in Kürze
Vollzeitbeschäftigte Fachkräfte in der Gesundheits- und Krankenpflege erzielten zuletzt ein bundesweites Medianentgelt von 4.329 € brutto pro Monat. In der Altenpflege lag der entsprechende Wert bei 4.153 € brutto.
Im Vergleich der drei Bundesländer lagen Bayern und Nordrhein-Westfalen nahezu gleichauf. Sachsen erreichte niedrigere Werte, der Abstand fällt aber deutlich geringer aus, als es die Zahlen des bisherigen Artikels vermuten ließen.
| Bundesland | Krankenpflege | Altenpflege |
|---|---|---|
| Bayern | 4.380 € | 4.211 € |
| Nordrhein-Westfalen | 4.368 € | 4.178 € |
| Sachsen | 4.017 € | 3.891 € |
| Deutschland | 4.329 € | 4.153 € |
Bei diesen Zahlen handelt es sich um das monatliche Medianentgelt vollzeitbeschäftigter Fachkräfte. Auszubildende sind nicht enthalten. Die Angaben beziehen sich auf den Stand 31. Dezember 2024.
Durchschnitt oder Median: Was sagen die Zahlen wirklich aus?
Bei Gehaltsvergleichen wird häufig vom „Durchschnittsgehalt“ gesprochen. Die Bundesagentur für Arbeit verwendet jedoch überwiegend den Median.
Der Median teilt alle betrachteten Gehälter in zwei gleich große Gruppen:
- 50 % der Beschäftigten verdienen weniger.
- 50 % der Beschäftigten verdienen mehr.
Der Median ist für Gehaltsvergleiche häufig aussagekräftiger als der mathematische Durchschnitt, weil einzelne besonders hohe oder niedrige Einkommen das Ergebnis weniger stark beeinflussen.
Die ausgewiesenen Entgelte beziehen sich auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte. Sie können laufende und einmalige Zahlungen wie Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Mehrarbeitsvergütungen und bestimmte Zuschläge enthalten. Steuer- und sozialversicherungsfreie Bestandteile von Zuschlägen werden dagegen nicht vollständig erfasst.
Deshalb ist das tatsächliche monatliche Tabellenentgelt einer Pflegefachkraft nicht automatisch identisch mit dem ausgewiesenen Median.
Pflegegehalt in Deutschland 2026: die Ausgangslage
Die Gehälter in der Pflege sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Fachkräfte in der Gesundheits- und Krankenpflege verdienten im April 2024 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes durchschnittlich rund 4.310 € brutto pro Monat. Fachkräfte in der Altenpflege kamen auf rund 4.228 € brutto.
Die Daten des IAB zeigen zugleich, dass Pflegefachkräfte regional unterschiedlich bezahlt werden. Der Abstand zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Bundesland betrug bei Fachkräften in der Krankenpflege zuletzt rund 13 %. In der Altenpflege lag die Spannweite bei etwa 11 %.
Gleichzeitig haben sich die Gehälter in Ost- und Westdeutschland angenähert. Das mittlere Entgelt in der Altenpflege lag in Ostdeutschland zuletzt ungefähr 4 % unter dem westdeutschen Wert. In der Krankenpflege betrug der Abstand etwa 6 %.
Die bisherige Aussage, Pflegefachkräfte in Sachsen würden häufig nur 3.000 bis 3.300 € brutto verdienen, sollte daher vollständig entfernt werden. Für examinierte Vollzeitkräfte liegt das aktuelle Medianentgelt inzwischen deutlich höher.
Zuletzt fachlich geprüft am 26.07.2026.
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