Zeitarbeit in der Pflege: Gehalt, Stundenlohn, Zuschläge & Rechte 2026
Zeitarbeit Pflege Gehalt 2026: Stundenlohn, Zuschläge & Equal Pay
Was verdient eine Pflegefachkraft 2026 in der Zeitarbeit? Der aktuelle DGB/GVP-Tarifwert für EG 4 liegt seit 1. September 2026 bei 18,09 Euro pro Stunde. Das ist jedoch nicht automatisch der tatsächlich angebotene Pflege-Stundenlohn: Übertarifliche Zulagen, Schichtzuschläge, Einsatzbedingungen, Fahrtkosten und individuelle Vereinbarungen können die Gesamtvergütung deutlich verändern.
Zuletzt fachlich geprüft am: 22. September 2026
- Arbeitgeber ist bei Zeitarbeit das Personaldienstleistungsunternehmen – nicht das Krankenhaus oder die Pflegeeinrichtung.
- Der Tariflohn ist nicht automatisch mit dem tatsächlich angebotenen Pflege-Stundenlohn identisch.
- Personaldienstleister können zusätzliche übertarifliche oder individuelle Zulagen vereinbaren.
- Entscheidend ist deshalb immer der komplette Arbeitsvertrag und nicht nur ein beworbener Stundenlohn.
- Nacht-, Sonn-, Feiertags- und Mehrarbeitszuschläge können das tatsächliche Brutto deutlich verändern.
Eine pauschale Marktvergütung lässt sich nicht seriös angeben. Im DGB/GVP-Tarifwerk beträgt EG 4 seit 1. September 2026 18,09 Euro pro Stunde, wenn die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit dieser Entgeltgruppe entspricht. In der Pflege können zusätzliche übertarifliche Zulagen und Zuschläge vereinbart werden. Deshalb sollte immer die garantierte Gesamtvergütung betrachtet werden – nicht nur der Tarifwert oder ein beworbener „Bis-zu“-Stundenlohn.
Zeitarbeit-Jobs nach dem Gesamtpaket vergleichen
Vergleiche nicht nur den beworbenen Stundenlohn: Prüfe auch garantierte Zulagen, Einsatzradius, Arbeitszeitkonto und Fahrtkosten – und finde passende Pflegejobs. Worauf du bei Plus- und Minusstunden achten solltest, erklärt unser Ratgeber zum Arbeitszeitkonto in der Pflegezeitarbeit.
Zusätzliche Möglichkeit: Wenn das Affiliate-Programm in deinem Arbeitnehmerkonto aktiviert beziehungsweise verfügbar ist, findest du Hinweise dazu in den FAQ für Arbeitnehmer.
Was bedeutet Zeitarbeit in der Pflege?
Bei der Zeitarbeit – rechtlich Arbeitnehmerüberlassung – schließt die Pflegekraft ihren Arbeitsvertrag mit einem Personaldienstleister ab. Dieser überlässt sie zeitweise an Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, ambulante Dienste oder andere Einrichtungen.
Die Pflegekraft bleibt während des Einsatzes Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer des Personaldienstleisters. Die tägliche Arbeit findet jedoch im Kundenbetrieb statt.
Ausführlich zu Chancen und Risiken findest du unseren Überblick Zeitarbeit in der Pflege: Vorteile und mögliche Nachteile .
Zeitarbeit Pflege Gehalt 2026: Wie hoch ist der Stundenlohn?
Eine einzige seriöse Zahl für „das“ Pflege-Zeitarbeitsgehalt gibt es nicht. Entscheidend sind Qualifikation, tatsächlich ausgeübte Tätigkeit, Tarifvertrag, Region, Einsatzbereich, Berufserfahrung und zusätzliche vertragliche Zulagen. Die folgende Tabelle zeigt deshalb zunächst die Tarifgrundentgelte des DGB/GVP-Tarifwerks – nicht automatisch den marktüblichen Gesamtstundenlohn einer Pflegefachkraft.
Seit dem 1. September 2026 gelten im einheitlichen DGB/GVP-Tarifwerk folgende Grundentgelte:
| Entgeltgruppe | Stundenentgelt | Grundprinzip der Tätigkeit |
|---|---|---|
| EG 1 | 15,33 € | Tätigkeit nach betrieblicher Einweisung |
| EG 2a | 15,67 € | Anlernzeit oder fachbezogene Erfahrung |
| EG 2b | 16,08 € | fachspezifische Qualifikation |
| EG 3 | 17,11 € | Tätigkeit mit mindestens zweijähriger Berufsausbildung |
| EG 4 | 18,09 € | Tätigkeit mit Kenntnissen einer mindestens dreijährigen Berufsausbildung |
| EG 5 | 20,27 € | zusätzliche Spezialkenntnisse, Zusatzausbildung und langjährige Erfahrung |
| EG 6 | 22,52 € | Meister-, Techniker- oder vergleichbare Qualifikation |
| EG 7 | 26,20 € | zusätzlich zu EG 6 mehrjährige Berufserfahrung |
| EG 8 | 28,04 € | Tätigkeit mit erforderlichem Fachhochschulstudium |
| EG 9 | 29,42 € | Hochschulstudium bzw. FH-Studium plus mehrjährige Erfahrung |
Welche Entgeltgruppe gilt für Pflegefachkräfte?
Im DGB/GVP-Entgeltrahmentarifvertrag beschreibt EG 4 Tätigkeiten, für die Kenntnisse und Fertigkeiten erforderlich sind, die durch eine mindestens dreijährige Berufsausbildung vermittelt werden.
Das passt grundsätzlich zu vielen Tätigkeiten examinierter Pflegefachkräfte. Entscheidend bleibt aber die konkrete Tätigkeit. Spezialqualifikationen, zusätzliche Verantwortung oder andere Tätigkeitsmerkmale können eine andere Eingruppierung rechtfertigen.
Erfahrungszuschlag: Wann steigt der tarifliche Stundenlohn?
Die GVP-Entgelttabelle vom 1. September 2026 bis 31. März 2027 weist neben dem Grundentgelt Erfahrungszuschläge aus: 1,5 Prozent bei mehr als neun Monaten und 3 Prozent bei mehr als zwölf Monaten. Für EG 4 nennt sie entsprechend 18,09 Euro Grundentgelt, 18,36 Euro mit 1,5 Prozent und 18,63 Euro mit 3 Prozent pro Stunde. Die konkrete Anwendung und die maßgebliche Dauer richten sich nach dem anwendbaren Tarifvertrag; gemeint ist nicht pauschal die gesamte bisherige Berufserfahrung in der Pflege.
Für bestimmte ehemalige iGZ-Mitglieder kann bis zum 30. Juni 2027 eine Übergangsregelung gelten: Anstelle des Erfahrungszuschlags kann eine einsatzbezogene Zulage gezahlt werden. Lass dir deshalb im Angebot Grundentgelt, garantierte übertarifliche Zulage und tarifliche Zusatzbestandteile getrennt ausweisen. Ein beworbener Gesamtstundenlohn lässt sich sonst nur schwer vergleichen.
Zeitarbeit in der Intensivpflege: Welcher Stundenlohn ist realistisch?
Ein einzelner Tarifwert ist keine verlässliche Marktspanne für alle Intensivpflege-Stellen. Vergleiche Angebote anhand der tatsächlich verlangten Qualifikation, Fachweiterbildung, des Einsatzbereichs und der garantierten Bruttovergütung. Kläre schriftlich, ob zusätzliche Zulagen dauerhaft vereinbart sind oder nur für einen bestimmten Einsatz gelten. Für den Vergleich mit einer tariflichen Festanstellung helfen die TVöD-Pflege-Tabelle und Erläuterungen zur Eingruppierung.
Beispiel: Was bedeutet EG 4 als Monatsgehalt?
Tarifliches Rechenbeispiel
Bei 151,67 tariflichen Monatsstunden und einem Stundenentgelt von 18,09 € ergibt sich rechnerisch:
18,09 € × 151,67 Stunden = rund 2.744 € brutto Grundentgelt.
Noch nicht enthalten sind mögliche übertarifliche Zulagen, Nacht-, Sonn-, Feiertags- oder Mehrarbeitszuschläge sowie weitere individuell vereinbarte Leistungen.
Warum verdienen Pflegekräfte in der Zeitarbeit häufig mehr als das Tarifgrundentgelt?
Das Tarifentgelt kann lediglich die Grundlage der Vergütung darstellen. Gerade bei gesuchten Qualifikationen können zusätzlich individuelle Vergütungsbestandteile vereinbart werden.
Mögliche zusätzliche Bestandteile
- übertarifliche Zulage
- Einsatzzulage
- Funktions- oder Fachzulage
- Nachtzuschlag
- Sonntagszuschlag
- Feiertagszuschlag
- Mehrarbeitszuschlag
- Fahrtkostenerstattung
- Unterkunft oder Übernachtungskosten
Darauf beim Vergleich achten
- Ist der angegebene Stundenlohn Grundlohn oder Gesamtvergütung?
- Welche Zulagen sind garantiert?
- Welche Leistungen hängen vom jeweiligen Einsatz ab?
- Was passiert während einer einsatzfreien Zeit?
- Wie werden Fahrtzeit und Fahrtkosten behandelt?
Zuschläge in der Zeitarbeit Pflege
Schichtarbeit ist in der Pflege besonders relevant. Deshalb sollte nicht nur der Grundlohn verglichen werden.
| Art | DGB/GVP-Regelung |
|---|---|
| Nachtarbeit | richtet sich nach dem Kundenbetrieb, tariflich höchstens 25 % des maßgeblichen Tarifentgelts |
| Sonntagsarbeit | richtet sich nach dem Kundenbetrieb, tariflich höchstens 50 % |
| Feiertagsarbeit | richtet sich nach dem Kundenbetrieb, tariflich höchstens 100 % |
| Mehrarbeit | bei den tariflichen Voraussetzungen 25 % |
Treffen mehrere dieser tariflichen Zuschläge zusammen, wird nach dem DGB/GVP-Manteltarifvertrag grundsätzlich nur der jeweils höchste gezahlt.
Mehr zum Thema Schichtvergütung findest du unter Schichtzulage in der Pflege .
Was verdient man in der Zeitarbeit Pflege netto?
Ein seriöser pauschaler Nettolohn lässt sich nicht nennen. Zwei Pflegekräfte mit identischem Bruttogehalt können unterschiedliche Nettobeträge erhalten.
Entscheidend sind unter anderem:
- Steuerklasse
- Bundesland
- Kirchensteuer
- Kinderfreibeträge
- Krankenversicherung und Zusatzbeitrag
- steuerfreie beziehungsweise steuerbegünstigte Zuschläge
- weitere individuelle Faktoren
Equal Pay: Wann muss die Bezahlung angepasst werden?
Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz sieht grundsätzlich die Gleichstellung von Leiharbeitnehmern mit vergleichbaren Beschäftigten des Einsatzbetriebes vor.
Wird aufgrund eines einschlägigen Tarifvertrags zunächst vom Gleichstellungsgrundsatz beim Entgelt abgewichen, ist nach dem AÜG grundsätzlich spätestens nach neun Monaten Einsatz beim selben Entleiher Equal Pay zu beachten.
Unter bestimmten tariflichen Voraussetzungen kann hiervon länger abgewichen werden. Frühere Einsätze beim selben Entleiher können dabei mitgerechnet werden, wenn zwischen den Einsätzen jeweils nicht mehr als drei Monate liegen.
Wie der Anspruch genau funktioniert, welche Einsatzzeiten zusammengerechnet werden und welche Ausnahmen gelten, erklären wir ausführlich im Ratgeber Equal Pay in der Zeitarbeit Pflege: Anspruch, Fristen und Ausnahmen 2026 .
Wie lange darf eine Pflegekraft über Zeitarbeit in derselben Einrichtung arbeiten?
Nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz beträgt die gesetzliche Überlassungshöchstdauer beim selben Entleiher grundsätzlich 18 aufeinanderfolgende Monate.
Tarifliche Abweichungen können möglich sein. Deshalb muss im konkreten Einzelfall geprüft werden, welche Regelungen für den jeweiligen Einsatzbetrieb gelten.
Arbeitszeit in der Zeitarbeit
Der DGB/GVP-Manteltarifvertrag sieht für Vollzeit grundsätzlich 151,67 Stunden pro Monat beziehungsweise durchschnittlich 35 Stunden pro Woche vor.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann arbeitsvertraglich eine längere regelmäßige Arbeitszeit bis durchschnittlich 40 Wochenstunden vereinbart werden.
Die konkrete Lage der Arbeitszeit orientiert sich regelmäßig am Kundenbetrieb. Das betrifft beispielsweise Beginn und Ende der Schicht, Pausen und die Verteilung auf die Wochentage.
Zusätzlich gelten selbstverständlich die arbeitszeitrechtlichen Schutzvorschriften. Mehr dazu: Arbeitszeitgesetz in der Pflege und Ruhezeiten in der Pflege.
Das Arbeitszeitkonto: besonders genau hinschauen
In der Zeitarbeit werden Abweichungen zwischen der vertraglichen Monatsarbeitszeit und den tatsächlich geleisteten Stunden häufig über ein Arbeitszeitkonto ausgeglichen.
Wie Plusstunden, Minusstunden und einsatzfreie Zeiten behandelt werden, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zum Arbeitszeitkonto in der Zeitarbeit Pflege .
Beschäftigte sollten deshalb regelmäßig kontrollieren:
- Wie viele Plus- oder Minusstunden sind gebucht?
- Wann können Plusstunden als Freizeit genommen werden?
- Wann können Stunden ausgezahlt werden?
- Was passiert beim Ende des Arbeitsverhältnisses?
- Werden Zuschläge korrekt separat ausgezahlt?
Fahrtzeit, Unterkunft und wechselnde Einsatzorte
Gerade in der Pflege kann die Entfernung zum Einsatzort einen erheblichen Unterschied machen.
Das DGB/GVP-Tarifwerk enthält seit 2026 konkrete Regelungen für längere Wegezeiten. Wird für den einfachen Weg außerhalb der Arbeitszeit mehr als 1 Stunde und 15 Minuten benötigt, kann unter den tariflichen Voraussetzungen die darüber hinausgehende Wegezeit vergütet werden.
Bei besonders langen Wegezeiten können zudem Regelungen zur Übernahme von Übernachtungskosten greifen.
Urlaub und Sonderzahlungen
Nach dem DGB/GVP-Manteltarifvertrag steigt der Urlaubsanspruch mit der Betriebszugehörigkeit:
- 1. Jahr: 25 Arbeitstage
- 2. und 3. Jahr: 27 Arbeitstage
- ab dem 4. Jahr: 30 Arbeitstage
Nach dem sechsten Monat des ununterbrochenen Arbeitsverhältnisses sind im Tarifwerk außerdem zusätzliche Urlaubs- und Weihnachtszahlungen vorgesehen, sofern die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind.
Was passiert, wenn gerade kein Einsatz vorhanden ist?
Ein häufiges Missverständnis ist, dass das Arbeitsverhältnis automatisch endet, sobald ein Einsatz im Krankenhaus beendet ist.
Vertragspartner und Arbeitgeber bleibt jedoch das Zeitarbeitsunternehmen. Das wirtschaftliche Risiko, keinen passenden Kundenauftrag zu haben, darf nicht einfach auf die Pflegekraft übertragen werden.
Besonders wichtig ist deshalb ein transparenter Arbeitsvertrag, der Arbeitszeit, Vergütung und den Umgang mit einsatzfreien Zeiten eindeutig regelt.
Zeitarbeit oder Festanstellung – was ist finanziell besser?
Ein höherer Stundenlohn allein beantwortet diese Frage nicht. Sinnvoll ist ein Vergleich der gesamten Jahresvergütung einschließlich garantierter Zulagen, Sonderzahlungen, Fahrtkosten und Arbeitszeit. Für die Festanstellung im öffentlichen Dienst kannst du dabei die aktuellen TVöD-Pflegeentgelte 2026 als Vergleichsgrundlage heranziehen.
Bei Zeitarbeit prüfen
- Grundlohn
- übertarifliche Zulagen
- Schichtzuschläge
- Fahrtkosten
- Arbeitszeitkonto
- Urlaubs- und Weihnachtsgeld
- garantierte Monatsstunden
Bei Festanstellung prüfen
- Tarifgruppe und Stufe
- Jahressonderzahlung
- betriebliche Altersvorsorge
- Schicht- und Wechselschichtzulagen
- Urlaub
- verlässliche Dienstplanung
- weitere Arbeitgeberleistungen
Checkliste: Einen guten Personaldienstleister erkennen
- Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung vorhanden
- Grundlohn und Zulagen werden getrennt und verständlich ausgewiesen
- keine unklaren Aussagen wie „bis zu X Euro“, ohne die Voraussetzungen zu erklären
- Einsatzradius ist vertraglich nachvollziehbar
- Fahrtkosten und Unterkunft sind klar geregelt
- Arbeitszeitkonto wird transparent erklärt
- Schichtwünsche werden realistisch besprochen
- Umgang mit einsatzfreien Zeiten ist eindeutig
- es gibt einen erreichbaren persönlichen Ansprechpartner
- vor jedem Einsatz liegen die wesentlichen Einsatzinformationen vor
Welche Fragen sollte ich vor der Unterschrift stellen?
- Wie hoch ist mein garantierter Grundstundenlohn?
- Welche Zulagen sind vertraglich garantiert?
- Welcher Tarifvertrag wird angewendet?
- In welche Entgeltgruppe werde ich eingruppiert und warum?
- Wie hoch ist meine garantierte monatliche Arbeitszeit?
- Wie funktioniert das Arbeitszeitkonto?
- Wie werden Nacht-, Sonn- und Feiertagsdienste vergütet?
- Wie groß ist mein Einsatzradius?
- Wer übernimmt Fahrt- und Übernachtungskosten?
- Was passiert, wenn zwischen zwei Einsätzen einige Tage frei sind?
- Welche Kündigungsfrist gilt?
- Wie werden Equal-Pay-Zeiten dokumentiert?
Für Zeitarbeitsfirmen: Stellen veröffentlichen und Kandidaten vermarkten
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Häufige Fragen zu Gehalt und Zeitarbeit in der Pflege
Was verdient eine Pflegefachkraft in der Zeitarbeit 2026?
Eine pauschale Marktvergütung lässt sich nicht seriös nennen. Im DGB/GVP-Tarifwerk liegt EG 4 seit 1. September 2026 bei 18,09 € pro Stunde, wenn die konkrete Tätigkeit dieser Entgeltgruppe entspricht. Übertarifliche Zulagen, Schichtzuschläge und individuelle Vertragsbestandteile können die tatsächliche Vergütung erhöhen.
Wie hoch ist der Tariflohn für eine Pflegefachkraft?
Tätigkeiten, für die Kenntnisse einer mindestens dreijährigen Berufsausbildung erforderlich sind, werden im DGB/GVP-Tarifwerk grundsätzlich durch EG 4 beschrieben. Seit 1. September 2026 beträgt das Grundentgelt dieser Gruppe 18,09 € pro Stunde. Entscheidend ist jedoch immer die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit.
Warum zahlen Zeitarbeitsfirmen Pflegekräften teilweise mehr?
Zusätzlich zum Tarifgrundentgelt können übertarifliche oder individuelle Zulagen vereinbart werden. Deshalb sollte immer geprüft werden, welche Bestandteile garantiert sind und welche nur bei bestimmten Einsätzen entstehen.
Gibt es in der Zeitarbeit Nacht- und Feiertagszuschläge?
Ja. Im DGB/GVP-Tarifwerk richten sich Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge nach der jeweiligen Regelung des Kundenbetriebes innerhalb der tariflichen Grenzen. Auch individuelle günstigere Vergütungsbestandteile können eine Rolle spielen.
Wann gilt Equal Pay in der Zeitarbeit?
Wird tariflich zunächst vom gesetzlichen Gleichstellungsgrundsatz abgewichen, ist Equal Pay grundsätzlich nach neun Monaten Überlassung an denselben Entleiher relevant. Sonderregeln und vorherige Einsatzzeiten müssen im Einzelfall berücksichtigt werden.
Wie lange darf ich in derselben Klinik eingesetzt werden?
Der gesetzliche Regelfall des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes sieht eine Überlassungshöchstdauer von 18 aufeinanderfolgenden Monaten beim selben Entleiher vor. Tarifliche Abweichungen können möglich sein.
Ist Zeitarbeit in der Pflege besser bezahlt als eine Festanstellung?
Das kann der Fall sein, muss aber nicht. Statt nur den Stundenlohn zu vergleichen, sollten Jahresbrutto, Zuschläge, Sonderzahlungen, Fahrtkosten, Urlaub, Altersvorsorge und Arbeitszeit gemeinsam betrachtet werden.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle arbeitsrechtliche, steuerliche oder tarifrechtliche Beratung. Arbeitsvertrag und konkrete Tarifbindung können zu abweichenden Ergebnissen führen.
Zuletzt fachlich geprüft am 22.09.2026.
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